GLAUBE LIEBE HOFFNUNG

Elisabeth, 34 Jahre, gut gebaut, arbeitslos, läßt sich nicht schrecken von den ’schlechten Zeiten‘. Getreu dem Motto: Wer hoch denkt, kommt weiter! gründet sie kühn ihr eigenes Unternehmen: Mieder, BHs, Strapse en gros. Unerschrocken, gerissen und blauäugig stürzt sie sich ins Marktgetümmel. Leider fehlt ihr das Anfangskapital. Und schon gerät sie in die Mühlen der Gesetze, Verordnungen, Erlasse und einstweiligen Verfügungen und verfängt sich rettungslos im Netz des Kleingedruckten. Auch die Liebe scheint nur zeitweilig eine Rettung. Aber: Es wird besser, immer besser, es wird besser, immer besser …

Horváth gelingt es in seinen Dramen meisterhaft, die komödiantische Drastik des Volkstheaters, beissende Sozialsatire und hinreissendes Seelendrama miteinander zu verbinden. Die Bearbeitung des Freien Schauspiel Ensembles radikalisiert den Originaltext und verengt, bewusst subjektivistisch, den Blick: Eingeschlossen, wie in einem Tank, rollt Elisabeth durch ihre eigene Lebensgeschichte. Nur durch den schmalen Sehschlitz ihrer Wahrnehmung entstellt, erfährt der Zuschauer die Wirklichkeit. Ein Monodrama von beklemmender Scharfsicht und dreistem Überlebenswillen.

„Venus, die Göttin der Liebe, war die vollkommene Frau. Sie vermochte es, vor Liebe blind zu machen. Venus bekam, wen und was sie wollte. Jede Frau kann eine Venus sein: schön, stark, mächtig, erfolgreich. Jede von uns.“  aus: „Die Venusstrategie. Ein unwiderstehlicher Karriereratgeber für Frauen“ von Claudia E. Enkelmann

GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
nach Ödön von Horváth

Es spielt Bettina Kaminski
Inszenierung Reinhard Hinzpeter
Bühne Gerd Friedrich
Kostüme Andrea Rölle

Pressestimmen

Premiere 17. Mai 2003