Pressestimmen DER PROZESS

Jutta Baier, Frankfurter Rundschau (27. Februar 2006)

„Es gibt keine Requisiten, nichts was den Darstellern zur Hilfe käme, nur den kahlen Raum und das nackte Wort. Dieses Wort freilich steht den Darstellern in einer Weise zu Gebote, wie man es lange nicht mehr gehört hat, weder anderswo noch bei Hinzpeter. Zuallererst ist natürlich Josef K. zu nennen, gespielt von Adrian Scherschel, der in der dreistündigen Aufführung fast ununterbrochen im Zentrum der Aufmerksamkeit steht und keine Sekunde in seiner Präsenz nachlässt. Es ist, als ob ihm die Rolle auf den Leib geschrieben wäre, so durch und durch ist er dieser Josef K., so überzeugend versteht er die Facetten und Schwankungen seiner Figur zu verkörpern. … Wie Adrian Scherschel das macht, wie er zugleich die Balance hält zwischen einerseits konkreter psychologischer und andererseits gleichnishafter Figur – das ist in der insgesamt bemerkenswert feinen und klugen Inszenierung ein Theaterereignis für sich. Und kommt so zur Geltung doch nur, weil auch die übrigen, mehrfach besetzten Figuren auf Augenhöhe agieren. Bettina Kaminski, Axel Gottschick und Hans-Peter Schupp, alles Schauspieler, die teils fest, teils locker mit dem Ensemble assoziiert sind – auch sie hat man selten so konsequent durchdacht spielen sehen.“