Pressestimmen FAUST

Claudia Schülke, Frankfurter Allgemeine Zeitung (16. November 2016)
„Hinzpeter hat kein Stück inszeniert, sondern Goethes Titelhelden als Inbild eines neuen Zeitalters (…) die Entwicklung eines gnostischen Helden zum Antihelden der globalen Ökonomisierung (…) Ist dieses Zeitalter, das sich in seiner Person ankündigt, noch erlösbar?“

Marcus Hladek, Frankfurter Neue Presse (14. November 2016)
„Zwei Darsteller teilen sich, in beachtlicher Gedächtnisleistung (…) in allem Text und Rollen. Letztere verflüssigen sich dabei auf eine Weise, dass man glauben möchte, einem Stück Kopftheater im Schädel des Autors Goethe beizuwohnen. (…) Von klarer Aufteilung auf Faust und Mephistopheles lässt sich gleichwohl nicht sprechen, da die Sprechtexte über die Rollengrenzen hinweg verteilt sind; allerdings etabliert sich mit den beiden Gestalten visuell ein Prinzip Faust versus Mephisto, wie auch ein Prinzip männlich versus weiblich (Faust/Margarete). Nichts ist ganz böse oder gut im Hinzpeter-Faust.“ (zum Artikel)

Judith Köneke, Frankfurter Rundschau (14. November 2016)
„Geht es im zweiten Teil der Tragödie nicht mehr so sehr um Fausts gequälte Seele, so wird auch dieser „Faust“ nach der Pause viel mehr in einen politischen und geschichtlichen Kontext gesetzt. Einen, der sich einmal mehr auf aktuelle Themen beziehen lässt. (…) Zwei Hauptdarsteller reichen völlig in diesem „Faust“, weil sie den ständigen Rollentausch wunderbar beherrschen und ausdrucksstark sind. (…) Das spärliche Bühnenbild und das Spiel mit Licht und Schatten wirken überzeugend.“ (zum Artikel)

Doris Stickler, FRIZZ Das Magazin (Dezember 2016)
„Regisseur Reinhard Hinzpeter komprimierte Goethes Tragödie auf jene Gefechte, die die zwei Seelen – eigentlich sind es drei oder vier – in Faustens Brust provozieren. Wie er sich zwischen Größenwahn zerreibt, führen Bettina Kaminski und Axel Gottschick mit beeindruckender Intensität vor Augen. Packend und bisweilen überaus komisch ergründen sie die Untiefen einer Gestalt, die nach Schätzen gräbt und nur Regenwürmer findet.“

Alexander Jürgs, Journal Frankfurt (Ausgabe 26 / 02. Dezember 2016)
„In kaum mehr als zwei Stunden werden die beiden Teile des berühmten Faust-Stoffs gespielt, reduziert auf den Kern, den Regisseur Reinhard Hinzpeter in dem Klassiker ausmacht. (…) Hinzpeters ‚Faust‘-Inszenierung trägt den Charakter einer Collage. Wie die Schauspieler zwischen den einzelnen Charakteren hin und her springen, ist beachtlich.“

Katrin Swoboda, Strandgut Kulturmagazin (Februar 2017)
„wunderbar kunstvoll neu gewebter, alter Stoff (…) die beiden Darsteller übertreffen sich selbst im laufend wechselnden Rollenspiel, unterstützt von einer klugen Licht- und Schatten-Regie. Vor allem im zweiten Teil lässt die konzentrierte kapitalismuskritische Lesart des Regisseurs den Klassiker erstaunlich aktuell erscheinen.“