DAS DREIßIGSTE JAHR

Der Aufführung DAS 30 JAHR liegt eine Theaterbearbeitung der gleichnamigen Erzählung von Ingeborg Bachmann zugrunde. Einer Erzählung, die in ihrem Bilderreichtum, ihrer Musikalität, ihrer existentiellen Leidenschaftlichkeit und Radikalität Prosa, Drama und Lyrik zugleich ist:

Einen jungen Mann überfällt plötzlich der Gedanke, dass er im nächsten Jahr 30 wird: Ein Schock. – Die Jugend mit ihren großen Plänen, Träumen, Verheißungen – ist dahin. Und nichts davon hat sich realisiert. ER hat jahrelang nur herumprobiert und wie in Kladde gelebt, weiß gar nicht, wer er eigentlich ist, was er kann und was er wirklich will. ER findet die Welt falsch und sich selbst falsch in der Welt.
Jetzt gilt es!!! – ER, der eigentlich das Absolute will, beschließt, sein Leben der Anpassung, der Kompromisse, Gefälligkeiten, Lügen und Halbwahrheiten hinter sich zu lassen und ganz sich selbst, ganz sein wahres Ich zu leben: ein hohes Risiko, eine Zumutung, eine extreme Verletzbarkeit. – Ein Kampf beginnt, der ihn immer wieder an die Grenzen seiner Existenz führt.

In unserer Inszenierung machen sich eine Schauspielerin und ein Schauspieler – mal gemeinsam, mal getrennt – daran, den Erfahrungen und Erkenntnissen, den Gedanken und Gefühlen des Protagonisten nachzugehen, sich ganz und gar ihnen zu überlassen, in der Hoffnung, sie von innen her zu begreifen. Beide werden das Erlebte und Gedachte vertiefen, sich gegenseitig ergänzen, spiegeln, widersprechen. Eine Frau und ein Mann.
In der Erzählung ist der Protagonist – klar als ER bezeichnet – ein Mann. Aber man hat immer wieder den Eindruck, als ob der ER ebenso eine SIE sein könnte. Ein Blick in die Lebensgeschichte der Autorin scheint den Eindruck zu bestätigen.

DAS DREIßIGSTE JAHR
von Ingeborg Bachmann

Vorstellungen
Sa., 01.06., 20 Uhr Karten bestellen
Fr., 14.06., 20 Uhr Karten bestellen

Es spielen Bettina Kaminski und Ives Pancera
Inszenierung Reinhard Hinzpeter
Bühne Gerd Friedrich
Kostüme Carin Wagner, Ives Pancera

Premiere 20. April 2024

Pressestimmen

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