FINSTERNIS

Der Text von „FINSTERNIS“ ist der Monolog eines Menschen, den das Erlebte – der Überlebenskampf der Ertrinkenden vor Lampedusa und das unaufhaltsame Sterben eines geliebten Onkels in einer fernen Klinik- sprachlos macht und der reden muss, um sich von seinem Entsetzen und seiner Sprachlosigkeit zu befreien. Er redet vom todesmutigen Tauchen der Retter in die tosende Finsternis des Meeres, von den aufgedunsenen Leibern der Ertrunkenen. Er redet vom unbändigen Lebenswillen seines todkranken Onkels, der mit Heiterkeit und Humor versucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Er redet vom Taumeln und Zusammenbrechen der Geretteten, von den Spuren brutaler Gewalt an den Körpern geflüchteter junger Frauen. Er redet von seinem Vater, der Jahre lang fast stumm war und der – angesichts der verstörenden Ereignisse auf Lampedusa und des Sterbens seines Bruders – mit seinem Sohn und seinem Bruder zu sprechen anfängt.

Dieses Wieder-Zueinanderfinden in der Familie macht die Verlorenheit der Geflüchteten noch unerträglicher: Sie haben ihre Heimat verlassen, ihre Freunde und Verwandten – , sind aufgebrochen ins Ungewisse und haben auf dem Weg schlimmste Grausamkeiten und Demütigungen erfahren. Sie haben überlebt. Aber wird es für sie in Europa, das sich abschottet gegen sie, je eine Zukunft geben?

FINSTERNIS
von Davide Enia

Übersetzung Susanne Van Volxem

Vorstellungen
Sa, 10.09., 19.30 Uhr Premiere Karten bestellen
So, 25.09., 18 Uhr Karten bestellen

Es spielt Moritz Buch
Inszenierung Reinhard Hinzpeter
Bühnenbild Gerd Friedrich
Regieassistenz Ann-Kathrin Pfahler

Premiere 10. September 2012