DIE SCHAUKEL

Auf einem Spielplatz trifft die vierzehnjährige Jenny auf vier ältere Schulkameraden. In ihrem Wunsch nach Anerkennung lässt sie sich auf anfangs harmlos scheinende Spiele ein. Zunehmend provokativer werden die Übergriffe und enden in der Vergewaltigung des Mädchens.

„Die Schaukel“ der israelischen Dramatikerin Edna Mazya beruht auf einer wahren Begebenheit. Das Stück ist schonungslos, und trotzdem sensibel und vielschichtig. In kurzen, knappen Dialogen spricht es die Sprache, die Jugendliche am Besten verstehen: ihre eigene – und kommt dabei ohne moralischen Zeigefinger aus. Die Rahmenhandlung im Gerichtssaal kommentiert die in Rückblenden erzählte Chronologie der Ereignisse. Im Prozess gegen ihre Peiniger durchlebt Jenny noch einmal, was ihr an jenem Sommerabend widerfahren ist. Seine Brisanz bezieht das Stück dabei auch durch seine Doppelbesetzung: Die Schauspieler, die die Schulkameraden spielen, verkörpern Täter und Verteidiger und das Opfer ist zugleich auch die Anklägerin. Am Ende bleibt offen, ob Recht sprechen auch Gerechtigkeit bedeutet.

Die Worte „Held“ und „schuldig“ sind schnell zur Hand und in den Köpfen, dort das Opfer, hier der/die Täter, schnell wird Recht gesprochen, auch wenn man sich in erster Instanz täuscht, und schnell geht es auch zurück zur Tagesordnung. Doch woher die immer wiederkehrende letzte Konsequenz in der Gewaltanwendung unter Jugendlichen? Welche Wechselwirkungen bedingen das Spiel zwischen Täter und Opfer? Ist die Definition des Täters der strategische Zugang zur Psyche des Anderen? Und die des Opfers? Die Inszenierung stellt die Frage, was Jugendliche zu Tätern und Opfern macht.

DIE SCHAUKEL
von Edna Mazya
Koproduktion mit beatnik

Es spielen Saskia Simunek, Petar Becker, Andres Mendez, Daniel Schwingel, Kenny Schumacher
Inszenierung Adrian Scherschel (beatnik)

Pressestimmen

Premiere 6. Juni 2015