ICHGLAUBEANEINEN EINZIGENGOTT.HASS

Drei Frauen, drei Welten, drei Kulturen – ein Schicksal. Die israelische Professorin für jüdische Geschichte Eden Golan, die palästinensische Studentin Shirin Akhras und Mina Wilkinson, die amerikanische Soldatin. Jede von ihnen spricht eine andere Sprache, jede von ihnen lebt ihr eigenes Leben, ganz und gar verschieden von den andern. Im großen Labyrinth des Heiligen Landes wird der Zufall das Schicksal der drei auf tragische Weise miteinander verbinden. Es entsteht eine spannungsgeladene Chronik der Ereignisse, die einen fast unerträglichen Sog entwickelt, eine fatale Zwangsläufigkeit.

Stefano Massini, geboren 1975, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren des italienischen Theaters. „Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie“ wurde als bestes neues italienisches Stück ausgezeichnet.

Der Regisseur Reinhard Hinzpeter über die Inszenierung: 9. April 2003. Selbstmordattentat verhindert: drei Tote. – Schlagzeilen wie diese sind unser Alltag. Wir lesen sie und vergessen sie. Wir wissen nicht, wie damit umgehen. Es sind zu viele. Und wir haben aufgegeben, begreifen zu wollen. Massini ist in seiner Phantasie einer solchen Schlagzeile nachgegangen. Was fand statt? Wie war die Situation? Wer waren die Opfer? Wer die Täter? Was haben sie für eine Geschichte? Was haben sie gedacht, was gefühlt? Drei Frauen, drei Welten, gespielt von einer Schauspielerin, die hier in Europa ein ganz normales Leben führt. Sie wird das Leben dieser drei Frauen leben, ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Geschichten zu ihren eigenen machen. Mehr und mehr kann der Zuschauer die Lage der drei Frauen von innen begreifen und erkennen, dass er selbst – hineingeboren in diesen Teil der Welt – eine der drei Frauen sein könnte, unauflöslich verstrickt in dieses heillose Hoffen, Leiden, Bangen und Vergelten. … Konterkariert wird die Innenwelt der drei Frauen, die jede für sich gefangen in ihrer Kultur agiert, von den archaischen Liedern der Sängerin Maria Kaplan, die traditionell aramäische Kirchengesänge frei gestaltend weiterentwickelt zu mythischen Beschwörungen eines Menschseins jenseits von Dogmen, Rassen, Grenzen.

ICHGLAUBEANEINENEINZIGENGOTT.HASS
(credoinunsolodio)
von Stefano Massini

Vorstellungen
Wiederaufnahme Spielzeit 2017/18

Es spielt Bettina Kaminski
Gesang Maria Kaplan
Inszenierung Reinhard Hinzpeter
Bühne Gerd Friedrich

Pressestimmen

Premiere 12. Mai 2017
Dauer 1 Stunde 30 Minuten, ohne Pause