KEIN ORT. NIRGENDS

Ein Paar am Abgrund:
Karoline von Günderode und Heinrich von Kleist,
eine Dichterin und ein Dichter.
Eine Jahrhundertbegegnung, die es vielleicht nie gegeben hat.
Christa Wolf hat sie beschrieben: KEIN ORT. NIRGENDS

Eine der illustren Teegesellschaften des Frankfurter Kaufmanns Merten, bei denen nicht selten Künstler, Philosophen, Wissenschaftler zu Gast waren, die später zu den herausragenden Persönlichkeiten der Zeit zählen sollten. – Man plaudert, flirtet, philosophiert. Man trägt Gedichte vor, tauscht Aphorismen aus, schlägt ein paar Töne auf dem Klavier an. Man erhitzt sich in heißen Debatten über das Gute, Wahre, Schöne, Ideal und Wirklichkeit.

Zwei Gestalten am Rande der Gesellschaft, jede für sich ihren Gedanken und Gefühlen nachhängend, Karoline von Günderode und Heinrich von Kleist – zwei Monologe, die sich zunehmend zum Dialog verschränken und doch Monolog bleiben. Monolog zweier Menschen, die – während die andern den Anbruch eines Neuen Zeitalters, des Zeitalters der Vernunft, der Wissenschaft, des Fortschritts, der Freiheit und Gerechtigkeit, feiern – die Abgründe in sich selbst entdecken, die Schwindel erregende Leere des Nichts, die Absurdität des Seins, das Chaos der Gefühle, die Ohnmacht und die Abgetrenntheit des Einzelnen. Sie ringen um Orientierung, sie suchen Halt aneinander und finden sich in einem Augenblick von Wahrheit, Irrsinn, Liebe, Lachen —

KEIN ORT. NIRGENDS
nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf

Inszenierung Reinhard Hinzpeter
Ausstattung Gerd Friedrich
Es spielen Bettina Kaminski, Adrian Scherschel

Pressestimmen

Premiere 16. November 2007